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Meinung: Grubes Unvollendete

(06.04.2026 – Stuttgart) Das Glück deutscher Politik und Behörden liegt in der Gutmütigkeit seiner Bürgerinnen und Bürger. Außerhalb der Sozialen Medien ist Otto Normalverbraucher selten kritisch und niemals nachtragend. Das zeigte sich einmal mehr im Herzen der baden-württembergischen Landeshauptstadt. 

Die Deutsche Bahn hatte mal wieder zu ihren traditionellen „Tagen der offenen Baustelle“ geladen: Die entstehenden Monumente des Milliardengrabs „Stuttgart 21“ öffneten ihre Tore. Auch im Jahr fünf nach geplanter Eröffnung durften die zahlreichen Besucher auf dem Grund und Boden lustwandeln, dessen finales Ziel weiterhin nicht einmal ansatzweise abschätzbar ist.

Über 80.000 Gäste ließen es sich nicht nehmen, ehrfurchtsvoll zu bewundern, zu bestaunen und großartigen Ankündigungen zu lauschen, was denn irgendwann einmal ein moderner Bahnhof werden soll. Inmitten der Massen, die sich durch unter- und überirdische Gänge und Absperrungen schoben, gab’s Gaumenfreuden und Kinderbelustigung. Heissa – wer hat denn hier ins Füllhorn der Glückseligkeit geblasen?

Es ist Grubes Unvollendete, der man huldigte. Es mag Länder geben, deren Bevölkerung angesichts der haarsträubenden Geschichte und Entwicklung der Vergangenheit dieser „offenen Baustelle“ eine geschlossene Verachtung entgegenbringen würde. Aber wird sind halt in Deutschland – dem Land der ewigen Dankbarkeit. (Pressebild: Thomas Niedermüller)


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