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Mehr sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

(11.04.2026 – Köln) Die Zahlen sind erschreckend: Fast zwei Drittel der jungen Menschen in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt machen müssen. Das belegt eine aktuelle Auswertung der zehnten Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Besonders betroffen sind junge Frauen – sie erleben doppelt so häufig körperliche Übergriffe wie junge Männer.

Doch Gewalt fängt oft schon weit vor einer Berührung an. Die Studie zeigt, dass über 60 Prozent der 14- bis 25-Jährigen Belästigungen ohne Körperkontakt erfahren haben – etwa durch sexualisierte Beleidigungen oder das ungewollte Zusenden eindeutiger Bilder im Internet. Oft geschieht dies im direkten Umfeld unter Gleichaltrigen, teilweise sogar im Beisein von Freunden.

Wenn es zu körperlichen Übergriffen kommt, vertrauen sich die meisten Betroffenen allerdings, laut Studie, jemandem an – meistens den besten Freunden, aber auch jedem dritten Elternhaus.

Für Mechthild Paul vom Bundesinstitut ist klar: Wir müssen die Prävention massiv ausbauen. Seit Anfang des Jahres hat das Institut den gesetzlichen Auftrag, den Schutz bundesweit zu stärken.

Ziel ist es, Jugendliche darin zu bestärken, Übergriffe klar zu benennen und in riskanten Situationen füreinander einzustehen. Sexuelle Bildung soll künftig eine noch größere Rolle in den Schulen spielen, um junge Menschen in ihrer Lebensrealität besser zu schützen.


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