(16.04.2026 – Renningen) Der Technologiekonzern Bosch steckt tief in den roten Zahlen. Wie das Unternehmen aus Gerlingen am heutigen Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Renningen mitteilte, verbuchte der weltweit größte Autozulieferer im vergangenen Jahr ein Minus von 400 Millionen Euro. Es ist der erste Verlust seit dem Krisenjahr 2009.
Dabei ist das operative Geschäft gar nicht das Hauptproblem; der Umsatz stieg sogar leicht auf 91 Milliarden Euro. Die Bilanz verhageln vielmehr die massiven Kosten für den laufenden Umbau. Allein 2,7 Milliarden Euro flossen in Rückstellungen für den geplanten Stellenabbau. Hinzu kommen US-Zölle und eine spürbare Kaufzurückhaltung der Kunden bei Hausgeräten und Elektrowerkzeugen.
Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, drückt Konzernchef Stefan Hartung beim Sparkurs aufs Tempo. In den kommenden Jahren sollen allein in der Zulieferersparte bis zu 22.000 Stellen wegfallen. In Deutschland ist der Abbau bereits deutlich spürbar: Hier sank die Zahl der Beschäftigten zuletzt um fünf Prozent auf 123.000 Mitarbeiter.
Trotz der aktuellen Talsohle blickt das Management vorsichtig optimistisch nach vorn. Zwar bleibe der globale Preisdruck hoch und die politische Lage unsicher, doch die Sparmaßnahmen sollen bereits im laufenden Jahr erste Früchte tragen. Für 2026 peilt Bosch wieder ein deutliches Umsatzwachstum und eine Rückkehr in die Gewinnzone an. Ziel ist es, den Konzern schlanker und schlagkräftiger für den digitalen Wandel aufzustellen.



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