(14.04.2026 – Stuttgart) Nach wochenlangen Sondierungen im Hinterzimmer ist die Katze aus dem Sack: Grüne und CDU in Baden-Württemberg wollen offiziell Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Sobald die CDU-Gremien grünes Licht geben, feilen Fachexperten beider Parteien am neuen Koalitionsvertrag.
Das Ziel ist sportlich: CDU-Chef Manuel Hagel will den neuen Ministerpräsidenten bereits am 13. Mai im Landtag wählen lassen.
Dass es bisher so lange dauerte, hat Gründe. Die CDU musste sich nach der knappen Wahlniederlage erst einmal sortieren. Zudem gingen die Verhandler bei der Suche nach Gemeinsamkeiten bereits tief ins Detail – am Ende sogar bis zur Frage, wer künftig auf welchem Ministersessel Platz nimmt.
Inhaltlich ziehen die möglichen Partner an vielen Stellen an einem Strang. Cem Özdemir und Manuel Hagel setzen auf die Modernisierung der Verwaltung, den Schutz der Artenvielfalt und ein kostenloses letztes Kindergartenjahr.
Doch über allem schwebt ein riesiges Problem: Die Kassen im Land sind leer. Ein Haushaltsloch von rund fünf Milliarden Euro im nächsten Jahr lässt kaum Spielraum für teure Wahlversprechen.
Andere Machtoptionen gibt es praktisch nicht. Da Manuel Hagel ein Bündnis mit der AfD strikt ablehnt, führt an Grün-Schwarz kein Weg vorbei. Sollten die Verhandlungen scheitern, müssten die Menschen im Südwesten erneut an die Wahlurne. Doch vorerst blicken alle nach Stuttgart: Dort beginnt nun das Ringen um die Finanzen und die Zukunft des Landes. (Bild: Marijan Murat/dpa)



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